Und der HERR sah, dass es gut war ...
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Beckett, Beckett, immer wieder Beckett ...

Versuch eines Monologes

(Kein Bühnenbild. Wenig Licht. Leicht links der Bühnenmitte ein Stuhl auf dem eine Person sitzt. Langes Schweigen.)

Person : Und wenn ich einfach bliebe? Ja, ich weiß, das Glück liegt in der Ferne, so heißt es in Geschichten. Aber was sind denn schon Geschichten? Lügenmärchen, aufgeblasene Halbwahrheiten, die man sich erzählt um sich vorzugaukeln, dass ein besseres Leben möglich sei, irgendwo am anderen Ende der Welt. Die Leute möchten Glauben, dass es Glück und Freiheit gibt, wenn nicht vor ihrer Haustür, dann doch wenigstens hinter den Mauern, die sie in ihrem Leben halten. Sie brauchen es, dieses Geschwätz von der großen und weiten Welt, in der alles so viel besser ist. Die Welt ! Was ist die Welt ! Auch nur ein Käfig. Größer als der Käfig, den man Heimat nennt, ja – aber ein Käfig ! Und das schlimmste : es hausen Menschen drin. Millionen, Milliarden, kein Winkel ist vor ihnen sicher und wo sie gehen und stehn verderben sie mir diese Welt. Ich geb es zu : ich habe nicht gelernt sie zu ertragen. Sie sind .. kein wünschenswerter Umgang und somit ist die Welt kein Ort für mich. Und doch habe ich Träume. Unsinnige Träume. So unsinnig, dass ich mich dafür schämen muss sobald sie mir in den Sinn kommen. Und doch sind sie da ! Sie leben und sind auch mit der rohesten Gewalt nicht tot zu kriegen. Tagsüber kann ich sie im Zaum halten, doch im Schlaf ist jeder Widerstand unmöglich. Dann sehe ich mich selbst hinter die Mauern blicken. Ketten gibt es nicht mehr und die Welt fernab der „Heimat“, sie ist schön. Doch dann heißt es : aufwachen. – Ja, in den ersten Sekunden in denen der Schlaf beginnt aus meinem Körper zu weichen, da kralle ich mich noch an dieser schönen Welt fest, als könnt ich sie herausreißen aus meiner Fantasie und mit hinübernehmen, mit hierher. Doch sie verblasst noch bevor ich wieder ganz im Hier und Jetzt angelangt bin. Und wenn sie verblasst ist wartet schon ein Ort der sich „Heimat“ schimpft auf mich. Die „Heimat“. Was ist die „Heimat“? Was weiß ich .. Doch wenn man mich fragte: Sag, bist du sie nicht leid, diese „Heimat“ und hasst du denn die Mauern nicht, die man um dich gezogen hat seit dem Tag an dem du aus dem Brutkasten gefallen bist? Verfluchst du diesen Ort denn nicht, den du nie verlassen hast, weil du nicht wolltest, weil du nicht wollen konntest, denn es war dir nicht freigestellt zu wählen wo deine Ketten verankert sind… Wenn man mich also fragte – was sollt ich anrdes sagen außer : Ja, Ja und wieder Ja ! Sie widert mich an, diese „Heimat“ und doch kann ich keinen Fuß über die Türschwelle setzen, weil ich wie festgenagelt bin. Doch was macht das aus? Wenn ich es nicht wär, wenn ich mir selbst erlaubte zu gehen wohin mich meine falschen Träume führen : was würde sich denn ändern? Was ist die Welt? Ein großer Käfig! Was ist die Heimat? Ein kahler Kerkerraum. Es gibt keinen Unterschied, nur die Dimensionen variieren. Wohin also gehen? Warum den Träumen nachjagen? Doch am heißesten brennt die eine Frage : warum bleiben ?
24.11.06 23:06
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jbhart / Website (27.11.06 20:21)
Verquerte Gedanken, was?
oder Gedankenwirwar?
aufjedenfall schwer zu lesen, aber am Ende schlüssig, doch auch depremierend, aber das soll ja auch die Intention sein, oder?

Naja, bis demnächst!


Messias (29.11.06 12:48)
Ein Monolog, geschrieben für das Vorsprechen an einer Schauspielschule. Wurde nicht vorgetragen. Ich wurde abgelehnt.


(20.1.07 19:55)
na ihr pech, wenn sie solch einen genialen,
phänomenalen, epochalen monolog nicht hörn wollten. ich bin mir aber sicher, dass du an der einen oder anderen schule noch das vergnügen dazu haben wirst. A.W.

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